Sunday, December 17, 2006

Thành Phố Hà Nội

Hallo liebe Freunde des Blogs :-)

Letztes Wochenende fand ein weiteres Highlight statt. Ein Trip nach - die Spitzfindigen unter Euch haben es schon im Titel entdeckt - Hanoi. Wie der Titel schon zeigt schreiben die Vietnamesen mit lateinischen Buchstaben, benutzen dann aber diese schönen Pünktchen und Strichelchen, deren Einfluss auf die Betonung ich wohl nie ergründen werde. Mit anderen Worten: Verstehen kann man da nix.
Donnerstag mittag hab ich mich auf den Weg zum Flughafen hier in KL gemacht. Ja, es war sehr, sehr, sehr anstrengend. (Bericht vorher :-) ) Da ich natürlich viel zu spät aus dem Bett kam musste ich teuer für mein Taxi bezahlen anstatt günstig mit ÖPNV zum Flughafen zu fahren. Wer nich fühlt und hört und so, da war doch nen Spruch ;-) Nach 3,5 Stunden Flug hab ich Hanoi erreicht, der Transfer zur Unterkunft hat auch prima geklappt (die Fahren auf der richtigen Seite der Straße die Vietnamesen ;-), dafür aber nicht mehr als 50 km/h was wiederum recht nervig ist auf der best ausgebautesten Straße zwischen Flughafen und Stadt ...) und glücklich bin ich Abends ins Bettchen gekrochen. Viel ging, wunder warum, nicht mehr.
Freitag habe ich dann putz munter sehr früh mit den vietnamesischen "Beef-Noodles" den Tag begonnen. Und dann gings los, erstmal gucken wo ich überhaupt bin. Mit der Unterkunft mitten im "Old quarter" von Hanoi war fussläufig sehr viel zu erreichen. Nachdem ich mir ein paar Dollar und ein paar Dong organisieren konnte habe ich mir das Viertel genauer angeschaut.

Ngoc Son Tempel im Hoan Kiem See (Zentrum des "Old Quarters")


Thap Rua (Tortoise Tower), ebenfalls im Hoan Kiem See

Bus, Mofa, Fahrrad, Fussgänger...alles is da :-)


Straßenmarkt im "Old Quarter"


weiterer Verker...

Im wesentlichen sind es 36 Straßen, die alle einen Namen tragen, der angibt, was dort verkauft wird. Dann biegt man in eine Straße ein und ein Laden neben dem anderen bietet Stoffe an, oder Babynahrung oder Grabsteine. Die Straßen sind alle recht schmal und unheimlich belebt. Überall wird gekocht, gehandelt, verkauft, geputzt, gegessen, bewegt, transportiert. Ein richtiges Gewusel mit hier und da überforderten Touristen die sich nicht trauen die Straßen zu überqueren. Autos gibt es (zum Glück noch) sehr wenige, dafür gibt es jede Menge Mofas. Verkehrsregeln gibt es vielleicht offiziell, aber eigentlich fährt, radelt, läuft jeder da auf der Straße wo grade Platz ist. Will man also über die Straße marschiert man am besten einfach los und hofft, dass einem ausgewichen wird...nach 2, 3 Straßen Übung hatte ich es dann raus. Das nächste Essen war für mich dann wieder ein Topf Beef-Noodles. Unglaublich lecker und in verschiedensten Variationen zu haben. Nach dem Essen bin ich Richtung Fluss (Sông Hồng , der Rote Fluss) gegangen (Hanoi bedeutet soviel wie "zwischen den Flüssen" und liegt am Anfang des Flussdeltas eben diesen Flusses).


Die Oper von Hanoi. Den Platz davor zu überqueren war ein Spaß. Es ist ein Kreisel der natürlich in alle nur erdenklichen Richtungen befahren wird ... :-)

Ein Viertel wo man nicht mehr viele Touristen sieht (ich habe gar keine gesehen...) und das Leben schon weniger einfach ist. In kleinen Gassen habe ich mich fast verlaufen. Mein Weg ging quasi durch die Wohnzimmer (2 Dinge stehen drin: Matraze und Mofa) der Leute, und jede Menge Blicke haben mich selbstverständlich verfolgt. Besonders neugierig waren Kinder. Sie habe allerdings alle ein lachendes "hello" hervorgebracht. Irgendwo in den Gassen habe ich dann vielversprechendes Brot gesehen (durch lange französische Besetzung findet man häufig Baguettes und Croissants...).
typisch

Als ich so eins kaufen wollte habe ich gesehen das es eigentlich gefüllt verkauft wird. Alle "Streetfood"-Bedenken über Bord habe ich dann so einen, ich nenne es mal vietnamesischen Döner, gegessen. Gar nicht schlecht für umgerechnet 30 Cent. Wobei ich wieder einmal mehr nicht genau wissen möchte was drin war...:-)

Jemand der Ly Dynastie...glaube ich. Hat mit der Stadtgründung um 1000 zu tun.

Abends ist Sören dann aus Singapur eingeflogen. Lustig war noch eine Unterhaltung (wenn man das so nennen kann, Englisch ist nicht sooo verbreitet (das Erlernen von Englisch wurde in kommunistischen Hochzeiten schwer bestraft) und mein Vietnamesisch ist naja halt nicht vorhanden...) mit dem Rezeptionsmenschen kurz vor Sörens Ankunft. Ich hatte Doppelzimmer und so hat er mich dann gefragt ob mein "friend" girl or boy sei. Hm ja scheiße, hab ich ja gar nicht dran gedacht. Mein zögerliches "It's a guy, but JUST a friend..." wurde mit einem vielsagenden Lächeln quittiert...wir hatten also einen Stempel. Und als Sören dann aus dem Taxi stieg hat mir der Vogel noch erzählt wie "handsome" der Sören doch sei...jaja.
Zur Beruhigung eventuell pikierter Leser ;-) : Es war ein Doppelzimmer mit getrennten Betten...
Freitag Abend sind wir dann erstmal Essen gegangen. Grandioses Essen haben die Vietnamesen (ja da gibts definitiv mehr als die "Beef-Noodles"). Ich verweise einfach mal auf das Foto.
Vietnamesisches Essen ist grandios...

Als wir dann so gegen halb 12 wieder auf die Straße traten (natürlich die letzten Restaurantgäste) mussten wir zum ersten mal feststellen, dass dem Vietnamesen sein Tag sehr früh endet (dafür so um 4:30 beginnt...). Die tagsüber so belebten Straßen waren wie leergefegt und gar nicht mehr wieder zu erkennen.
Samstag haben wir einen recht eindrücklichen Tagesausflug (schön mit Bootstour) zur Halong Bay gemacht. Die Halong Bay ist UNESCO Weltnaturerbe und die Fotos von den Kalksteininseln hat warscheinlich jeder schonmal irgendwo gesehen (und wenn's im James Bond "Tomorrow never dies" war :-) )
Hier die Fotos:


Kalksteinfelsen ohne Ende in der Halong Bucht

In der Hang Sung Sot (Cave of Awe)

Stalaktiten

Hier meinte der Guide es sei ein Schwert im Fels, Touristen hätten aber auch schonmal assoziiert, es sei ein Zeigefinger richtungsweisend...Meine Assoziation war spontan...anders. (Sorry für die Quli des Fotos)


Aus der Höhle in die Bucht davor...

Und noch ein kleiner Sonnenuntergang auf dem Rückweg

Abends haben wir wieder sehr toll vietnamesisch gegessen. "Hot Pot", was einem Fondue eigentlich sehr nahe kommt.
Lecker, lecker. Die Garnelen (vorne links) waren allerdings noch nicht ganz dahin...

Nachdem wir (wieder als letzte) das Restaurant verlassen haben
war Hanoi natürlich schon längst tot. Einen Club (wohl DEN Club von Hanoi) haben wir noch gefunden, der allerdings ein Problem mit der Lautstärkeregelung hatte. War einfach zu laut da drin.
Sonntag haben wir "Uncle Ho" besucht. In Hanoi auf der Straße wird man als Tourist alle 30 Sek gefragt ob man ein "mottobaik" mieten möchte. Also haben wir ein mottobaik gemietet samt Fahrer ohne Helm und sind durch den Verkehr Hanois gebraust. Einmaliges, wenn auch nur für abenteuerlustiges Volk geeignetes, Erlebnis. Ho Chi Minh wird in Vietnam sehr verehrt und so ist das Mausoleum ist eine große Inszenierung. Jeder Vietnamese muss da mal hin und wenn er in die Hauptstadt kommt ist es eigentlich das erste was ansteht. Es ist gratis und man wird unter den Augen wachsamer Soldaten perfekt an Ho Chi Minh vorbeigeschleust (nicht stehenbleiben...) um hinterher sein Handy und seine Kamera wieder entgegen zu nehmen... Der Herr selber könnte allerdings auch eine Wachsfigur sein. Wir hatten scheins Glück, denn zwischen September und November macht der alte Mann in Russland Urlaub um in Ordnung zu bleiben. Er war wohl gerade wieder zurück.
Vor dem Mausoleum. In der Atmosphere musste ich auch ein bisschen komisch gucken...;-)

Dann stand noch ein weiteres Essen auf dem Programm.
Auf unserem Bootstrip haben wir ein britisches Päarchen kennengelernt die uns ein Restaurant empfohlen haben, wenn wir etwas, ehm sagen wir spezielleres essen wollten. Also sind wir da mal hinmarschiert. Und die Karte hat auch ganz nette Sachen geboten. Wir haben uns dann für den "Crispy grilled scorpion" entschieden.

Skorpione, Zwiebeln, Hühnchen, Reis und Schlangenschnaps


Der Menuekarteneintrag für den Schlangenschnaps


Cow's hooves - Kuhhufe, Stink bugs - Wanzen, Locusts - Heuschrecken, Scorpions, Crickets - Grillen, Sparrows - Spatzen, Bee Larvae - Bienenlarven...alles leckere ist glaube dabei! Ach ja, das hier ist nur eine Seite...28 000 VND (Vietnamesische Dong) entsprechen ungefähr 1,40 €.

Und natürlich haben wir das lokale Bier probiert...

Also richtig überzeugen konnte er nicht. Und das Gefühl den Skorpion zwischen den Stäbchen zu haben und sich zu überlegen ob man nun zuerst den Stachel oder die Scheren abbeist ist hm, gewöhnungsbedürftig. Dazu gabs einen Likör der, ach lest das ma selber auf dem Foto :-) Der war vor allem stark.
Dann wieder zum Flughafen und heim. Und nachdem ich den Vietnamesen die "Passenger Service Charge" entrichtet habe durfe ich auch weg ... hehe.
Und hey, Rückflug war bedeutend angenehmer als der Hinflug *smile*

Bis später.

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